Ruiz, Don Miguel: The Four Agreements. A Practical Guide to Personal Freedom. A Toltec Wisdom Book.
Amber-Allen Publishing, Inc., San Rafael, California, 1997.
ISBN 978-1-934408-01-8, pp. 23 – 24.
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Domestication and the Dream of the Planet
What you are seeing and hearing right now is nothing but a dream. You are dreaming right now in this moment. You are dreaming with the brain awake.
Dreaming is the main function of the mind, and the mind dreams twenty-four hours a day. It dreams when the brain is awake, and it also dreams when the brain is asleep. The difference is that when the brain is awake, there is a material frame that makes us perceive things in a linear way. When we go to sleep we do not have the frame, and the dream has the tendency to change constantly.
Humans are dreaming all the time. Before we were born the humans before us created a big outside dream that we will call society's dream or the dream of the planet. The dream of the planet is the collective dream of billions of smaller, personal dreams, which together create a dream of a family, a dream of a community, a dream of a city, a dream of a country, and finally a dream of the whole humanity. The dream of the planet includes all of society's rules, its beliefs, its laws, its religions, its different cultures and ways to be, its governments, schools, social events, and holidays.
We are born with the capacity to learn how to dream, and the humans who live before us teach us how to dream the way society dreams. The outside dream has so many rules that when a new human is born, we hook the child's attention and introduce these rules into his or her mind. The outside dream uses Mom and Dad, the schools, and religion to teach us how to dream.
Attention is the ability we have to discriminate and to focus only on that which we want to perceive. We can perceive millions of things simultaneously, but using our attention, we can hold whatever we want to perceive in the foreground of our mind. The adults around us hooked our attention and put information into our minds through repetition. That is the way we learned everything we know.
By using our attention we learned a whole reality, a whole dream. We learned how to behave in society: what to believe and what not to believe; what is acceptable and what is not acceptable; what is good and what is bad; what is beautiful and what is ugly; what is right and what is wrong. It was all there already — all that knowledge, all those rules and concepts about how to behave in the world.
When you were in school, you sat in a little chair and put your attention on what the teacher was teaching you. When you went to church, you put your attention on what the priest or minister was telling you. It is the same dynamic with Mom and Dad, brothers and sisters: They were all trying to hook your attention. We also learn to hook the attention of other humans, and we develop a need for attention which can become very competitive. Children compete for the attention of their parents, their teachers, their friends. "Look at me! Look at what I'm doing! Hey, I'm here." The need for attention becomes very strong and continues into adulthood.
The outside dream hooks our attention and teaches us what to believe, beginning with the language that we speak. Language is the code for understanding and communication between humans. Every letter, every word in each language is an agreement. We call this a page in a book; the word page is an agreement that we understand. Once we understand the code, our attention is hooked and the energy is transferred from one person to another.
It was not your choice to speak English. You didn't choose your religion or your moral values — they were already there before you were born. We never had the opportunity to choose what to believe or what not to believe. We never chose even the smallest of these agreements. We didn't even choose our own name.
As children, we didn't have the opportunity to choose our beliefs, but we agreed with the information that was passed to us from the dream of the planet via other humans. The only way to store information is by agreement. The outside dream may hook our attention, but if we don't agree, we don't store that information. As soon as we agree, we believe it, and this is called faith. To have faith is to believe unconditionally.
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Ruiz, Don Miguel: Die vier Versprechen. Ein Weisheitsbuch der Tolteken.
Aus dem Amerikanischen von Angelika Hansen.
Ariston / Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen und München 2001 (Neuausgabe 2005). ISBN 978-3-7205-2599-2, S. 15–18.
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Domestizierung und der Traum des Planeten
Was Sie jetzt sehen und hören, ist nichts als ein Traum. Sie träumen genau jetzt, in diesem Moment. Sie träumen mit wachem Geist.
Träumen ist die Hauptfunktion des Geistes, und der Geist träumt vierundzwanzig Stunden am Tag. Er träumt, wenn der Verstand wach ist, und er träumt, wenn der Verstand schläft. Der Unterschied besteht darin, dass es – wenn der Verstand wach ist – einen materiellen Rahmen gibt, der dafür sorgt, dass wir die Dinge auf eine lineare Weise wahrnehmen. Wenn wir schlafen, haben wir diesen Rahmen nicht, und der Traum hat die Tendenz, sich ständig zu verändern.
Menschen träumen ununterbrochen, die ganze Zeit. Bevor wir geboren wurden, kreierten unsere Vorfahren einen immensen äußeren Traum, den wir den Traum der Gesellschaft nennen wollen oder den Traum des Planeten. Der Traum des Planeten ist der kollektive Traum von Milliarden kleinerer, persönlicher Träume, die zusammen den Traum einer Familie, den Traum einer Gemeinde, den Traum einer Stadt, den Traum eines Landes und schließlich den Traum der gesamten Menschheit kreieren. Der Traum des Planeten beinhaltet alle Regeln der menschlichen Gesellschaft, ihre Glaubenssätze und ihre weltlichen Gesetze, ihre Religionen, ihre verschiedenen Kulturen und Lebensweisen, ihre Regierungsformen, Lehrstätten, gesellschaftlichen Ereignisse und Feiertage.
Wir kommen mit der Fähigkeit auf die Welt zu lernen, wie man träumt, und die Menschen, die vor uns gelebt haben, lehren uns, so zu träumen, wie es die Gesellschaft tut. Der äußere Traum hat so viele Regeln, dass wir, sobald ein neues Menschenwesen geboren wird, die Aufmerksamkeit des Kindes einfangen und seinem Geist diese Regeln eingeben. Der äußere Traum benutzt Mutter und Vater, die Schulen und Religion, um uns zu lehren, wie man träumt.
Aufmerksamkeit ist die uns eigene Fähigkeit, zwischen dem Wichtigen und Unwichtigen zu unterscheiden und uns nur auf das zu fokussieren, was wir wahrnehmen wollen. Wir können Millionen Dinge gleichzeitig wahrnehmen, doch indem wir unsere Aufmerksamkeit benutzen, holen wir alles, was wir wahrnehmen wollen, in den Vordergrund unseres Geistes. Die Erwachsenen in unserer Umgebung haben unsere Aufmerksamkeit absorbiert und unseren Geist mit Informationen angefüllt. Auf diese Weise haben wir alles gelernt, was wir wissen.
Indem wir unsere Gabe der Aufmerksamkeit benutzten, erlernten wir eine umfassende Wirklichkeit, einen vollständigen Traum. Wir lernten, wie man sich in der Gesellschaft verhält: was man glauben soll und was nicht; was akzeptabel ist und was nicht; was schön und was hässlich ist; was richtig und was falsch ist. Es war alles schon vorgegeben – all das Wissen, all diese Regeln und Konzepte darüber, wie man sich in der Welt verhalten soll.
Als Sie noch in der Schule waren, saßen Sie auf einem kleinen Stuhl und richteten Ihre Aufmerksamkeit auf das, was der Lehrer Ihnen beibrachte. Wenn Sie in die Kirche gingen, hörten Sie aufmerksam zu, was der Priester oder Pfarrer Ihnen erzählte. Die Dynamik ist die gleiche wie im Umgang mit den Eltern und Geschwistern: Alle versuchten, Ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Darüber hinaus lernen wir, die Aufmerksamkeit anderer Menschen zu erregen, und wir entwickeln ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, das einen sehr ehrgeizigen Charakter annehmen kann. Kinder buhlen um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern, Lehrer und Freunde. »Schau mich an! Schau, was ich tue! Hallo, hier bin ich!« Das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit wird immer stärker und setzt sich bis ins Erwachsenenalter fort.
Der äußere Traum vereinnahmt unsere ganze Aufmerksamkeit und lehrt uns, was wir glauben sollen, angefangen mit der Sprache, die wir sprechen. Sprache ist der Kodex für Verständnis und Kommunikation zwischen den Menschen. Jeder Buchstabe, jedes Wort in jeder Sprache ist eine Vereinbarung, ein Versprechen mit der Sicherheit, dass es gehalten wird. Wir nennen das, was Sie gerade lesen, eine Seite in einem Buch; das Wort Seite ist eine Vereinbarung, die wir verstehen. Wenn wir erst einmal den Kodex verstehen, ist unsere Aufmerksamkeit darauf fixiert, und diese Energie überträgt sich von einer Person auf die andere.
Es war nicht Ihre Wahl, deutsch zu sprechen. Sie haben Ihre Religion, mit der Sie aufgewachsen sind, nicht selbst gewählt oder Ihre moralischen Wertvorstellungen – diese existierten bereits, bevor Sie geboren wurden. Wir hatten nie die Gelegenheit zu entscheiden, was wir glauben oder nicht glauben wollten. Wir wählten nie auch nur die unwichtigste dieser Vereinbarungen selbst aus. Wir haben nicht einmal unseren eigenen Namen ausgesucht.
Als Kinder hatten wir nicht die Gelegenheit, uns unsere Glaubenssätze selbst auszusuchen, doch waren wir mit der Information einverstanden, die uns andere Menschen vom Traum des Planeten weitergegeben hatten. Die einzige Möglichkeit, Information zu speichern, ist durch eine Vereinbarung. Der äußere Traum mag unsere Aufmerksamkeit fixieren, doch wenn wir ihm nicht zustimmen, speichern wir die uns übermittelte Information nicht ab. Sobald wir aber einverstanden sind, glauben wir daran, und das nennt man Vertrauen. Vertrauen zu haben heißt, bedingungslos zu glauben.
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